DFG-Forschungsgruppe mit Philosophen, Physikern, Historikern und Soziologen geht in die zweite Runde

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Forschungsgruppe unter Leitung der Bergischen Universität Wuppertal um weitere drei Jahre verlängert. Ziel der internationalen Forschergruppe ist es, die Forschungen an der „größten Forschungsmaschine der Welt“, dem Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN in Genf, aus philosophischer, historischer und soziologischer Sicht zu untersuchen.

 

Dabei arbeiten Philosophen, Physiker, Wissenschaftshistoriker und Soziologen von sieben Universitäten bereits seit drei Jahren eng zusammen. Für die Verlängerung dieser Zusammenarbeit haben die DFG und der FWF (Österreichischer Wissenschaftsfond) jetzt insgesamt rund 2,39 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre bewilligt. Die Forschungsgruppe mit dem Namen „The Epistemology of the Large Hadron Collider" ist Ergebnis einer über zehnjährigen gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen den genannten Geisteswissenschaften und der Physik zu Themen des LHC. Die Teilchenphysik am LHC erforscht die grundlegenden Bausteine und Kräfte, aus denen die Natur zusammengesetzt ist. In den letzten Jahrzehnten ist dabei ein Bild dieser Welt entstanden, das fast alle Messungen genau beschreiben kann. Diese Erfolge aber stehen im Gegensatz zu vielen offenen Fragen. So rätseln die Physiker darüber, wie eine umfassendere und fundamentalere Theorie der Natur aussehen kann. Die DFG-Forschungsgruppe untersucht, auf welchen Grundlagen diese neue Theorie entwickelt wird und welche neuartigen Prinzipien der Wissenschaftsentwicklung dabei verwendet werden. Auch die riesigen Messeinrichtungen am LHC, an denen 10.000 Physikerinnen und Physiker arbeiten und Trillionen von Daten gesammelt werden, stellen neuartige Fragen, die untersucht werden: Wie kann neue Erkenntnis in einem so komplexen Umfeld erzeugt werden? „Die komplexen Forschungsbedingungen der Teilchenphysik sind eine Herausforderung für das Streben nach immer einfacheren und umfassenderen Beschreibungen der Natur. Die Zusammenarbeit der Physik mit der Philosophie ermöglicht neue und bisher unzugängliche Einblicke in dieses Forschungsgebiet“, bringt Prof. Gregor Schiemann, von der Bergischen Universität Wuppertal, die Idee der Forschungsgruppe auf den Punkt.

 

In der Forschungsgruppe arbeiten Expertinnen und Experten aus der Wissenschaftsphilosophie, -soziologie, -geschichte und aus der Physik aus Deutschland, Österreich und den USA zusammen. Die sechs Projekte der Forschergruppe werden geleitet von Prof. Dr. Robert Harlander (RWTH Aachen), Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrand (KIT Karlsruhe), Prof. Dr. Michael Krämer (RWTH Aachen), Prof. Dr. Dennis Lehmkuhl (Universität Bonn), Prof. Dr. Peter Mättig (Universität Bonn), Prof. Dr. Martina Merz (AAU Klagenfurt), Prof. Dr. Gregor Schiemann (Bergische Universität), em. Prof. Dr. Erhard Scholz (Bergische Universität), Prof. Dr. Friedrich Steinle (TU Berlin), Prof. Dr. Michael Stöltzner (Universität South Carolina), Dr. Adrian Wüthrich (TU Berlin) und Prof. Dr. Christian Zeitnitz (Bergische Universität).

 

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