Project B1
The impact of computer simulations
on the epistemic status of LHC Data

Computersimulationen stellen in der Hochenergiephysik (HEP) gegenwärtig ein wichtiges Instrument in der experimentellen Datengenerierung dar. Dies wirft epistemische Fragen auf, die Gegenstand dieses Projektes sind. Konkret befassen wir uns mit Computersimulationen, wie sie beim ATLAS-Experiment am LHC seit 2008 gebraucht werden. Zentrale Ziele des Projekts sind dabei, zum einen ein besseres Verständnis des Gebrauchs und der Implikationen konzeptuell einfacher Computersimulationen in einem überaus komplexen experimentellen Setting. Zum anderen geht es um eine erkenntnistheoretische Charakterisierung experimentellen Wissens, das (auch) auf Simulationen aufbaut sowie um ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen theoretischen, phänomenologische und Computer-basierten Modellen. Weiterhin möchten wir analysieren, wie sich die Einbeziehung von Simulationen in die experimentellen Verfahren auf das Entdeckungspotenzial des ATLAS-Experiments auswirkt. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es eines detaillierten Verständnisses, wie Computersimulationen bei ATLAS eingesetzt werden, d.h. insbesondere welche Ziele die Wissenschaftler mit den Simulationen verfolgen und welche charakteristischen Merkmale diese aufweisen. So streben wir eine Klassifizierung der bei ATLAS verwendeten Simulationsmodelle in Bezug auf Aufbau und Funktion im Gesamtexperiment an. Mit Hilfe des Begriffs epistemisches Risiko möchten wir dabei untersuchen, wie sich Computersimulationen auf das Entdeckungspotenzial des Gesamtexperiments auswirken. In diesem Teil des Projektes geht es darum, die Ursachen für die Unsicherheiten der Ergebnisse zu erfassen, die durch den Einsatz von Simulationen entstehen, und deren Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit der experimentellen Resultate zu untersuchen.


English version

 

Projektleiter:
Rafaela Hillerbrand
Michael Krämer
Gregor Schiemann
Christian Zeitnitz

Post-Doktorant:
Dr. Florian Boge

Doktorant:
​Paul Grünke